christianmuthspiel
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Christian Muthspiel´s Yodel Group

Christian Muthspiel - trombone, piano, compositions
Gerald Preinfalk - saxophones, clarinets
Matthieu Michel - trumpet, flugelhorn
Franck Tortiller - vibraphone
Jerome Harris - electric bass
Bobby Previte - drums

 
FAZ - FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
  Frankfurt, 2012
Als Muthspiel vor drei Jahren damit begann, die von seinem Vater gesammelten Stücke mit all den Phantasien des hochgebildeten Grenzgängers mit neuen Kompositionen zu ehren, ahnte er nicht, dass die Sache auf Festivals und Tourneen ein solcher Erfolg werden würde. Dem ist zu verdanken, dass nun schon die zweite CD mit Christian Muthspiel´s Yodel Group, „huljo" (material records), herausgekommen ist, in ähnlich abenteuerlicher Besetzung. Mit größtem Respekt verwandelt Muthspiel vor allem die langsamen, über die Täler hallenden Jodler fernab aller Trachtentümeleien in neue sinfonische Gebilde, öffnet sie quasi für Improvisation, bewahrt ihren ethnischen kommunikativen Charme.

DIE ZEIT  Hamburg, 2010
Muthspiel und seine Mitmusiker ziehen den Jodlern die Lederhose aus und injizieren in den so von Kostümfolklore und Touristentracht entblößten corpus jubili Swing, Improvisation und durchaus auch Humor. Sie würzen die Tradition mit Barrelhouse-Geschmäckern aus New Orleans, kriegen den Edelweißblues, schprötzen, didgeridooen und juchatzen freejazzig ins Gebläse oder swingen übers Vibrafon, als sei Lionel Hampton ein steirischer Sennenbub. Muthspiel bedient auch Klavier, Vocoder und die Loop-Maschine, letztere prägen vor allem den spacigen Langenwanger, bevor der auf der Posaune geblasene Andachtsjodler als Schlussstück multifone Magie entfaltet.

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG   München, 2013
Klingelt"s noch in den Ohren? Zu den Feiertagen hat Volksmusik Hochkonjunktur - leider meist als betulich vorgetragenes Singelsangel. Als Wiedergutmachung eignet sich da das Album 'Huljo' von Christian Muthspiels Yodel Group, einem international besetzten Sextett. Muthspiel, Posaunist und Komponist, arbeitet mit den einfacheren, den alltagstauglichen Jedermann-Jodlern, gefunden im bayerisch-österreichischen Alpenkamm. Als Kind hat er sie selbst gesungen - jetzt übersetzt er sie in Jazz. Und zwar so konsequent, dass man sich vor Lob überschlägt.  'Auf der Strah', 'Lahnjodler' und 'Scheibm Dudler', so heißen die alten Singstücke, alle nur zwölf bis 16 Takte lang, und jede Nummer des Albums stellt ihren Ausgangs-Jodler klar vor, früher oder später, in jedem Fall nur instrumental. Drumherum melodische, harmonische und rhythmische Überführungen, komponierte Jazz-Sinfonien für Blech, Holz, Klavier und auch mal ein Fender-Rhodes-Piano. Lieben wird man den Franzosen Franck Tortiller am Vibrafon, desgleichen die Rhythmusgruppe aus New York, Bobby Previte am Schlagwerk und Jerome Harris am Bass, die beizeiten wahrhaft Gas geben.

JAZZWISE  London, 2010
Here traditional Austrian yodels provide the melodic lines, which are stretched and bent instrumentally to the requirements of the jazz ensemble which adds its own rhythmic and harmonic embellishment. The result can be quite astonishing culture clashes - the New Orleans flavour of the traditional "Yodeler from Königsberg" is pure barrelhouse but ends with Alpine brass band flourish. The liner notes suggest that, "something special is bound to happen that you don't see every day," and for once this is not hyperbole. This album is something special, a delightful re-imagining of jazz with stellar contributions from Previte, Michel, Tortiller and Preinfalk- little gems like this don't come around that often.

WELTWOCHE  Zürich, 2010
Dem Österreichischen Posaunisten Christian Muthspiel ist mit einem wilden Sextett aus zwei Amerikanern (Bobby Previte und Brad Jones an Drums und Bass), einem Schweizer (Michel Mathieu, Trompete), einem Franzosen (dem Vibraphonisten Franck Tortiller) und seinem Austria-Kollegen Gerald Preinfalk (Klarinetten und Saxophone) eine hinreissende Hommage an das Authentische aus dem Geist des Zeitgenössischen  gelungen. „Mit der gebotenen Ehrfurcht, aber ohne allzu grossen Respekt" interpretieren sie, mal andächtig, mal ausgelassen, sieben Jodler, in stimmigen Arrangements und mit viel improvisatorischem  Freiraum. Urban oder ländlich? Traditionell oder modern? Gute Musik. Reicht doch.

THE IRISH TIMES  Dublin, 2011
Muthspiel uses the possibilities offered by the material, the harmonic and instrumental colour available, and the diverse musical personalities in the sextet, with a sure sense of what he's about. Order, beauty and deftly judged slash-and-burn are shrewdly contrasted and made part of the whole canvas from the opening Der Mai-Jodler on. What all the tunes have in common is consistently high-calibre soloing, both "inside" and "outside", and ensembles, written or improvised, that are extraordinarily cohesive and beautifully played. Iconoclasm is all very well, but the only image being shattered here is the touristic yodel stereotype. There's not a piece of lederhosen in sight. Or a cuckoo clock.

FAZ - FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG  Frankfurt, 2011
Ein weiteres, kaum mit irgendetwas vergleichbares und höchst gelungenes Projekt war Christian Muthspiels Yodel Group. Mit liebevollem Respekt vor der Volksmusik, die seine Kindheit geprägt hat, hat der österreichische Posaunist mit seinem aus vier Ländern besetzten Sextett alpine Jodelthemen in den Jazz mit seinen unendlichen rhythmischen, klanglichen und improvisatorischen Möglichkeiten herübergezogen. Nur die langsamen Jodler hat er genommen und besonders deren lyrische Aura sinfonisch neu vermessen. Gesungen wurde nur ein paar Minuten: lange Töne mit elektronischen Verfremdungen, ein impressionistisches Gemälde zu den Wundern der Bergnatur.

JAZZ JOURNAL
London, 2011
This set, stiffened with an American rhythm section, presents Muthspiel´s Yodel arrangements in ideal form, alternately raw and simple, sophisticated and elaborate, and with a funky underpinning.

JAZZTHING  Köln, 2011
Im Sextett befreit Muthspiel die Vorlagen von klischiertem Kitsch und banaler Reduzierung, ohne dabei auf platte Provokation zu setzen. Mal tasten die Musiker nach dem Blues im Jodler, mal würzen die Bläser die Themen mit schrägen Halbtönen und verschränken sich in gewagter Polyphonie, mal lässt Bassist Jerome Harris den Funk-Bass im Walzertakt knacken, mal mischt sich ein Fender-Rhodes-E-Piano sein, und bisweilen erreicht diese Musik sakrale Momente von tiefgehender Ernsthaftigkeit. Spannender geht´s nimmer.

SALZBURGER NACHRICHTEN  Salzburg, 2011
Auf „Huljo", dem zweiten Album von Muthspiel´s kosmopolitisch besetzten „Yodel Group", ist das Transfermodell zwischen alpin und urban perfekt ausgereift. Wie das Sextett etwa „Auf der Strah" zwischen Erdigkeit und freigeistigen Soli balanciert, ist großartig.

DIE BÜHNE  Wien, 2010
Respektvoll kostet Muthspiel die melodischen Qualitäten der Naturjodler aus, beleuchtet diese in raffinierten Reharmonisierungen und in mannigfaltigen Tempowechsel immer wieder neu. Dazwischen öffnen sich weite Räume für die Improvisatoren, die besonders Saxofonist Gerald Preinfalk und Trompeter Matthieu Michel grandios zu nützen wissen. Zu einem Moment stiller Magie gerät die multifon an der Posaune geblasene Version des "Andachtsjodlers". Kompliment!

JAZZTHETIK  Deutschland, 2011
Dass so eine stilistische Vielfalt in Verbindung mit alpenländischen Jodlern passt, erstaunt. Immer weiter scheint sich das Sextett um den Österreicher Christian Muthspiel von der Ausgangsquelle zu entfernen, um am Schluss ganz versöhnt und schlüssig wieder bei den klassischen Jodlern zu landen und das Kreischen des Saxophons, die Multiphonics der Posaune, das Wispern der Trompete, das Wirbeln von Vibraphon und variablem Rhythmustandem zu Wohlklang und Harmonie zurückzuführen.

JAZZPODIUM Stuttgart, 2010
Im vorzüglich harmonisierenden Sextett von Christian Muthspiel ergänzt und vermischt sich urbaner US-Sound glänzend mit seinem regionalen europäischen Gegenüber.(...) Überhaupt improvisiert die Sechserbande nicht selten bis zum Anschlag, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.

NEUE MUSIK ZEITUNG  Hamburg, 2011
Sechs ausgeprägte Musiker-Charaktere nahmen die Ingredienzen berühmter alpiner Volkskultur auf ganz neue, bis dato unbegangene Gratwanderungen mit. Echte Jodler waren in ihre melodischen Bestandteile zerlegt worden, um aus ihnen faszinierende instrumentale Improvisation abzuleiten. Ganz unverkrampft und von jedem Klischee freigespült schloss sich damit wieder der Kreis zur Naturmagie der Bergwelt.

KURIER  Wien, 2009
Almschrei
Zum Auftakt lässt Christian Muthspiel im Sextett - u. a. mit Bobby Previte an den Drums und Franck Tortiller am Vibraphon - seine Posaune röcheln, schmatzen und juchatzen, dreht und wendet sieben Jodler, die er den "Blues der Alpen" nennt. Wie er aus Zünftigem fein ausbalancierte Stücke fernab jeder Trivialität und Folklore macht, die harmonisch überraschen und sich melodisch hemmungslos ins Gemüt raunzen, macht Freude und Lust auf ein hoffentlich baldiges Wiederhören.

DER STANDARD  Wien, 2009
Muthspiels Kammermusik
...Neben dieser Kunst des Austobens belegten allerdings strukturierte Projekte, dass sorgfältige kompositorische Planung von Improvisation mittlerweile mehr Sinn ergibt, als das ausschließliche Vertrauen auf die eigene Impulsivität. Die intelligent erdachte Kammermusik von Christian Muthspiel etwa widmete sich dem Jodel-Aspekt von Volksmusik auf stilisierte, instrumentale Weise und fand sich doch auch von wunderbaren Solisten (wie Trompeter Matthieu Michel) bereichert.

WIENER ZEITUNG  Wien, 2009
Die Yodel Group des Christian Muthspiel etwa verpflanzt alpine Zünftigkeiten in groovige bis experimentale Regionen, lässt in dicht gepackten Passagen staunen und lachen...

KLEINE ZEITUNG  Graz, 2009
...nachdem zuvor die mit viel Spannung erwartete Yodel-Group des steirischen Komponisten und Posaunisten Christian Muthspiel mit sehr ausgeprägtem Formbewusstsein und harmonischer Schlüssigkeit ihre Alpenjazz-Fusion präsentiert hatte. Vom bluesigen Königs- bis zum butterweichen Andachtsjodler schöpfte Muthspiel aus Vaters Volksgutsammlung Erlesenes, um den hellen Improvisationsgeist seiner hochkarätigen Musiker zu wecken. „Schön, so schön", rief einer lauthals aus dem Publikum. Und hatte damit nicht so unrecht.